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Stroke Unit (Schlaganfall-Spezialstation)

Sehr geehrte Patientinnen und Patienten, sehr geehrte Angehörige,
jeder Schlaganfall ist ein Notfall. Erkennen und richtig handeln.

Sie oder einer Ihrer Angehörigen wurde mit der Diagnose Schlaganfall auf unsere Stroke Unit aufgenommen. Ein Schlaganfall ist eine schwerwiegende Erkrankung, die sowohl den Patienten selbst, aber auch seine Angehörigen unerwartet aus dem Alltag reißt.

Die Ursache eines Schlaganfalls ist eine plötzliche Durchblutungsstörung einzelner hirnversorgender Blutgefäße durch Verlegung (Hirninfarkt) oder durch Zerreißung eines Hirngefäßes (Hirnblutung). Dadurch kommt es zu einer unzureichenden Versorgung der Gehirnzellen mit Sauerstoff, so dass es zu einer Funktionsstörung oder einem bleibenden Funktionsverlust kommen kann.

Therapeutisches Management

In der Akutphase richten sich alle Anstrengungen auf eine Minimierung der Folgen einer Durchblutungsstörung des Gehirns. Kommt der Patient innerhalb der ersten drei bis maximal sechs Stunden nach erstmaligem Symptombeginn und liegen keine speziellen Therapieeinschränkungen vor, ist eine medikamentöse (Lysetherapie) oder kathetergestützte, mechanische (Thrombektomie) Behandlung zur Beseitigung eines Gefäßverschlusses möglich. Grundsätzlich gilt – je früher desto besser!

Im Falle einer Hirnblutung kann eine Operation zur Entlastung des Blutergusses im Gehirn erforderlich werden.

In der Stabilisierungsphase werden, je nach Ursache des Schlaganfalls, Maßnahmen zur Vermeidung weiterer Schlaganfälle (Sekundärprophylaxe) ergriffen. Dies erfolgt medikamentös oder in Form einer Gefäßoperation/ Stentversorgung einer zu Grunde liegenden Gefäßeinengung (Stenose). Darüber hinaus wird mit der Behandlung der vorliegenden Gefäßrisikofaktoren begonnen.
Während der gesamten Zeit auf der Stroke Unit erfährt der Patient eine intensive, frührehabilitative krankengymnastisch, logopädisch und ergotherapeutische Übungsbehandlung zur Rückbildung und funktionellen Kompensation schlaganfallbedingter Ausfälle. Nach hinreichender Stabilisierung des Patienten kann die Verlegung auf eine Normalstation erfolgen.

Entlassung und Rehabilitationsphase

Von dort aus kann nach Abschluss der Behandlung und vollständiger Rückbildung der Beschwerden eine Entlassung in die ambulante, hausärztliche Weiterbehandlung erfolgen.

Im Vordergrund dabei steht die Minimierung Risikofaktoren, die zum Schlaganfall geführt haben.

Anderenfalls kann eine stationäre oder ambulante Rehabilitationsbehandlung ( z.B. in der Reha Klinik Ambrock ) durchgeführt werden. Damit soll eine Kompensation und Rückbildung der neurologischen Ausfälle erreicht werden. Innerhalb der Rehabehandlung kann eine Beratung und Unterstützung zur Organisation der beruflichen Wiedereingliederung, der Weiterversorgung des Patienten im häuslichen Umfeld oder ggf. Verlegung in eine Pflegeeinrichtung erfolgen.

Begleitend besteht die Möglichkeit, die Schlaganfall Selbsthilfe Gruppe Hagen zu besuchen. Hier finden Sie Betroffene und Angehörige als Ansprechpartner, die Ihnen praktische Ratschläge nach der Entlassung geben können.

Weiter können Sie sich auf der Internetseite der Deutschen Schlaganfall-Hilfe rund um das Thema Schlaganfall und Schlaganfallnachbehandlung informieren.

Praktische Hinweise

Sie helfen Ihrem Angehörigen und unterstützen uns in unserer Arbeit und damit den Heilungsprozess, indem Sie

  • die Besuchszeiten einhalten (täglich von 15 – 17 Uhr, maximal 2 Personen am Bett, kurze, dafür gegebenenfalls mehrere Besuche, ca. 15 – 20 Min.)
  • Ihre Telefonnummer hinterlegen, um für wichtige Fragen oder Benachrichtigungen erreichbar zu sein
  • falls vorhanden, eine Betreuungs-/Vorsorgevollmacht vorlegen
  • dafür sorgen, dass für die Versorgung folgende persönliche Dinge zur Verfügung stehen:
    – Zahnbürste, Zahnpasta, Becher, Rasierzeug
    – Kamm, Bürste
    – 2 Handtücher, 2 Waschlappen
    – 2 – 3 Garnituren Unterwäsche
    – Dünne und dicke Socken
    – Festes Schuhwerk
    – Gewohnte Hilfsmittel wie Brille, Hörgeräte, Zahnprothese

So helfen Sie dem Patienten

Versuchen Sie, beruhigend auf Ihren Angehörigen einzuwirken. Sprechen Sie mit dem Pflegepersonal, welche konkrete Hilfe Sie im Moment geben können und dürfen. Vermeiden Sie, am Bett über den Patienten zu sprechen – sprechen Sie mit ihm, auch wenn er scheinbar schläft oder an einer Sprachstörung leidet.

Zur Beantwortung Ihrer Fragen steht unser Stroke Unit-Team gerne zur Verfügung. Allgemeine Informationen zum Thema Schlaganfall erhalten Sie im Sekretariat der Stroke Unit unter Tel. 02331/696-612.