Klinik für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie

Kopf-Hals-Tumorzentrum

Bösartige Tumoren der Kopf-Hals-Region gehören zu den häufigsten Krebserkrankungen in Deutschland und weltweit. Die wichtigsten Risikofaktoren sind auch heute immer noch das Rauchen und der Alkoholkonsum. Ein weiterer Risikofaktor, der in den letzten Jahren dazu gekommen ist, ist eine Infektion mit den humanen Papillomviren (HPV) im Kopf-Hals-Bereich. Häufig beginnt die Erkrankung mit unspezifischen Symptomen wie Schluckstörungen oder Heiserkeit. Daher werden die Tumoren zum Teil erst in fortgeschrittenen Stadien erkannt. Eine frühzeitige Diagnosestellung und Therapieeinleitung sind allerdings für die Prognose entscheidend.

Jeder Patient unserer Klinik mit feingeweblich bestätigter bösartiger Tumorerkrankung im Kopf- und Halsbereich wird in der bei uns einmal wöchentlich stattfindenden interdisziplinären HNO-Tumorkonferenz besprochen. Hier findet die individuelle Therapieplanung mit allen beteiligten Fachrichtungen (HNO-Heilkunde, Radiologie, Strahlentherapie und Radioonkologie, Onkologie, Pathologie) statt.

Schwerpunkte
  • Behandlung aller bösartigen Tumoren der Lippen, der Mundhöhle, der Zunge, des Rachens, des Kehlkopfes, der Speicheldrüsen, der Nase und Nasennebenhöhlen, der Schädelbasis und des Ohres sowie der Kopf-, Gesichts- und Halshaut mittels des gesamten Spektrums der modernen operativen sowie konservativen Tumortherapie
  • Plastisch-rekonstruktive Therapie mit freien und gestielten Lappenplastiken
  • Funktionelle und ästhetische Wiederherstellung
  • Interdisziplinäre Erstellung eines individuellen Therapieschemas für jeden einzelnen Patienten zur bestmöglichen Behandlung der Erkrankung
  • Phoniatrische und logopädische Mitbetreuung zur Therapie von Sprech- und Schluckstörungen
  • Reduktion der Häufigkeit von Kopf-Hals-Tumoren durch Vorsorge und Beratung
  • Nachsorgeprogramme im Anschluss an die Therapie
  • Beratung als Zweitmeinung

Nach der Diagnostik einer bösartigen Krebserkrankung im Kopf-Hals-Bereich ist die gezielte Planung der Therapie entscheidend für die Prognose einer Tumorerkrankung.

Wöchentlich findet daher in unserer HNO-Klinik eine Tumorkonferenz statt, bei der die Befunde aller Tumorpatienten vor Einleitung einer Therapie mit den Tumorexperten, der an der Therapie beteiligten Fachrichtungen diskutiert und ein individuelles Behandlungskonzept für jeden Patient nach aktuellen Guidelines der Fachgesellschaften festgelegt wird. Hierdurch wird eine Therapieplanung auf Grundlage der neuesten Erkenntnisse aller beteiligten Disziplinen ermöglicht.

Nach abgeschlossener Tumortherapie bieten wir Ihnen eine intensive Weiterbetreuung an. Hierzu besteht ein detailliertes Nachsorgekonzept, welches definierte Zeitabstände und definierte Anwendung von Diagnostika umfasst. Dafür haben wir mittwochs von 08:30 bis 11:30 Uhr eine spezielle Tumorsprechstunde eingerichtet. In dringenden Fällen können Sie sich selbstverständlich auch außerhalb der Sprechstunde jederzeit an uns wenden.

Einen Termin können Sie hierzu unter 02331 805-667 oder 550 vereinbaren.

Selbsthilfegruppen bieten Patienten und ihren Angehörigen die wichtige Möglichkeit, in einem geschützten Rahmen Informationen zu sammeln und sich über Probleme und Sorgen auszutauschen. Durch das Erfahrungswissen und die emotionale Unterstützung kann der Umgang mit einer Erkrankungen erleichtert und in vielen Lebenslagen ggf. überhaupt erst ermöglicht werden.

Die Selbsthilfegruppe der Kehlkopfoperierten „Kehlkopflose Hagen e.V.“ trifft sich jeden 4. Mittwoch im Monat von 14.00 Uhr bis 16.00 Uhr in der Cafeteria unseres Krankenhauses.

Der Internetauftritt der Gruppe bietet weitere ausführliche Informationen: kehlkopfoperierte-hagen.de.

Als Kopf-Hals-Tumorzentrum nehmen wir regelmäßig an wissenschaftlichen Studien teil oder initiieren sie selbst. Hierdurch wird für die betroffenen Patienten eine Betreuung nach den neusten medizinischen Erkenntnissen gewährleistet und sie können selbst einen Beitrag dazu leisten eine Verbesserung der Behandlung von Tumoren des Kopf-Halsbereichs auch für andere Patienten zukünftig möglich zu machen.
Vor einer Studienteilnahme erfolgt eine umfassende Prüfung, ob eine Studieneinschluss möglich ist und die ausführliche Aufklärung und Beratung der Patienten.
Um sicherzustellen, dass Studienteilnehmer eine sichere und ethisch einwandfreie Behandlung erhalten, wird jede der Studien an denen wir teilnehmen durch eine wissenschaftliche Ethikkommission geprüft und freigegeben.

Aktuell nehmen wir an folgenden Studien teil:

 

  • Evaluation der PET/MRT in der präoperativen Diagnostik von Patienten mit Plattenepithelkarzinomen des Kopf-/Halsbereichs

    Ziel der multizentrischen Studie ist die Überprüfung eines neuen diagnostischen Verfahrens (PET/MRT) zur Erkennung der genauen Größe und Ausdehnung von Kopf-/Halstumoren sowie möglicherweise bestehender Krebsherde außerhalb des Kopf-/Halsbereichs zu diagnostizieren.

  • Untersuchung der Therapiemöglichkeit durch Inhibition von VCP (Valosin-containing-Protein) bei HPV-positiven und HPV-negativen Kopf-Hals-Karzinomen

    Ziel der experimentellen Studie ist die Untersuchung der Therapiemöglichkeit von Kopf-Hals-Tumoren durch Hemmung des Zellproteins VCP.

  • Evaluierung der Effizienz der onkolytischen Virustherapie bei Kopf-Hals-Tumoren

    Ziel der experimentellen Studie ist zu prüfen, ob bestimmte Virenarten die Fähigkeit haben  Kopf-Hals-Tumorzellen  abzutöten und damit als innovativer Therapieansatz zukünftig eine Rolle spielen könnten.

  • Die Untersuchung der Expression sowie der prognostischen Bedeutung von Adenovirusrezeptoren (Desmoglein-2 (DSG2), Coxsackie Adenovirus Receptor (CXADR), Cluster of Differentiation 46 (CD46)) bei Karzinomen des Kopf-Hals-Bereichs

    Retrospektiv werden Histologien von Kopf-Hals-Tumorpatienten auf virusassoziierte Marker untersucht und mit den klinischen Daten assoziiert.

  • Untersuchung der Expression sowie der prognostischen Bedeutung von VCP (Valosin containing protein) bei Larynx- und Nasopharynxkarzinomen

    Retrospektiv werden Histologien von Kopf-Hals-Tumorpatienten untersucht und mit den klinischen Daten assoziiert.

  • Prävalenz von HPV-assoziierten Oropharynxtumoren

    Ziel der multizentrischen Studie ist die Untersuchung der Häufigkeit eines positiven humanen Papillomvirenstatus bei Mundrachentumoren.